Die Inselklöster des Tanasees
Der Tanasee ist ein beliebtes Urlaubsziel in Äthopien. Er
wird auch Tsanasee oder
Demeasee genannt und liegt im Hochland von Abessinien in Äthiopien. Das Land, indem
Schwarzafrikaner leben, liegt im Osten des Kontinents und ist immer noch ein
Geheimtipp für die Reisenden. Der Tanasee ist Afrikas höchstgelegener See und
Äthiopiens größter mit seinen 3700 km².
Ca. 30 Inseln liegen im See und darauf befinden sich zahlreiche Klöster und
Kirchen
mit wunderschönen Reliquien. 20 der 30 Insel verfügen über alte Bauwerke, die
teilweise schon im 14. Jh. gegründet wurden. Die Inseln heißen Birgida
Maryam,
Dega Estefanos, Dek, Narga, Tana Cherkos, Mitsele Fasilidas, Kebran und Debre
Maryam. Selbstverständlich hat man auch auf den Halbinseln Klöster erbaut.
Beginnen wir mit dem Kloster Kibran Gabriel. Es gehört zu
den ersten Klöstern, die
bereits im 14. Jahrhundert gegründet wurden. Es liegt auf einer Insel, die
unmittelbar in der Nähe von Bahir Dar liegt. Besonders ist die riesige Bibliothek
mit über 200 Schriften, unter denen eine sehr wertvolle Handschrift aus dem
15. Jahrhundert liegt. Leider dürfen nur Männer auf die Mönchsinsel und
weibliche Personen müssen draußen bleiben, sogar weibliche Tiere haben ein Verbot
das Kloster zu betreten.
Ein weiteres Kloster ist das Ura Kidane Mihret. Hier
dürfen auch die Frauen
eintreten. Eine Ausnahme ist die Kirche Ura Kidane Mihret, die als schönste der
Region gilt. Diese ist leider für Frauen auch verboten und liegt auf der
Halbinsel
Zege. Ein wunderschöner schmaler Pfad führt direkt in die Klosteranlage. Dichtes
Urwaldgestrüpp verbindet den Bootsanleger mit der Festung. Man geht darauf
zurück,
dass es im 14. Jahrhundert gegründet wurde, jedoch einige Bauten aus dem
16. Jahrhundert stammen.
Ein weiteres Highlight auf den Klosterinseln ist die Ura Kidane Mihret, eine aus
Stroh gedeckte Rundkirche. Ein Umgang führt um das äußere Gebäude. All das wird
durch geflochtene Bambusmatten abgeschirmt. Die Kirche wird von mächtigen
Holztüren
verschlossen, so dass die Räume im Inneren im Halbdunkel liegen. Lebensgroße
Bibeldarstellung verschönern die Räume, sowie Szenen aus dem Leben Jesu.
Auf der Insel Dek, die die größte des Tanasees bildet und
sich in der Mitte befindet,
gibt es sehr viele Kirchen. Auch die Klosterkirche Narga Selassie ist einen Besuch
wert. Diese befindet sich auf einer kleinen vorgelagerten Insel. Das Gotteshaus
wurde von der Gonder-Kaiserin Mentewab erbaut, ca. 1746. Besonderheiten sind die
Gemälde in der Kirche.
Die Klosterinsel Daga Istafanos ist eine östlich von Dek
liegende Insel. Hier sollen
18 Kaiser bestattet worden sein. Man bahrte die Mumien in Glassärgen auf. Unter
anderen war hier auch Kaiser Fasilidas unter den Leichen. Die Kronen und Trompeten
des Kaisers kann man heute noch im Schatzhaus bestaunen. Leider dürfen Frauen hier
wieder nicht her.
Jeder Urlauber kann mit den Takwas fahren, die aus Papyrus
sind und zwischen dem
Festland und den Inseln hin und her fahren. Auf genau die gleiche Weise werden auch
die Güter auf die Inseln transportiert. Man denkt, man ist im Alten Ägypten.
Natürlich gibt es noch viel mehr Klöster und Kirchen im See. Das war nur ein kleiner
Einblick in die Welt der Heiligen im Tanasee.