Völker Südäthiopiens – die Ari
Die Ari leben im Mago Nationalpark um das Gebiet der Stadt
Jinka im Süden Äthiopiens. Mit einer Bevölkerung von rund
120000 Einwohnern und einem der größten Stammesgebiete im Omo
Valley Tal bieten sich dem Volk weitreichende
Anbaumöglichkeiten.
Argrarnutzung und Anbau
Das Land der Ari ist äußerst fruchtbar und ermöglicht
umfangreichen Anbau. Dieser wird meistens in Form von
kleineren und größeren Plantagen verwirklicht. Sie bauen vor
allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und andere
Wurzelpflanzen an. Kardamom ist eine Gewürzpflanze aus der Öl
gewonnen werden kann.
Aus dem Mais brennen die Ari Maisschnaps, als Brennstoff benutzen
sie hierbei Dung, was dem kristallklaren Getränk eine leicht
rauchige Note verleiht. Den benötigten Dung liefern kleinere
Herden an Ziegen und Rindern, die sie gewissenhaft halten.
Außerdem sind sie im Gewinnen von Honig bewandert.
Spezielle Bestandteile des falschen Bananenbaums (Enset genannt)
verwenden die Ari für Röcke, welche die Frauen des Stammes zu
speziellen Anlässen tragen müssen.
Schmuck und Kultur
Die Frauen der Ari sind bekannt für ihre Herstellung von
Keramiken und Töpfereierzeugnissen. Sie stellen Platten um
Kaffee zu rösten her und bemalen diese, aber auch andere
Behälter für Nahrung und Wasser sind immer in Gebrauch. Es ist
fast nur Frauen im Stamm erlaubt die Töpferei zu bestreiten.
Des Weiteren gibt es auch Ansätze sozialer Unterschiede
zwischen verschiedenen Familien. Mitglieder aus Farmerfamilien
heiraten in andere Farmerfamilien ein. Ebenso verhält es sich
mit der Töpferei und dem Jäger/Schmiedehandwerk.
Schmuck wird zu großen Teilen aus Wurzelpflanzen gewonnen. Je
mehr Schmuck die Stammesmitglieder dabei an Ohren, als
Armband und am Hals tragen, desto höher ist meist auch ihr Rang.
Perlen und anderer Umhänge-schmuck werden als Dekoration und zur
Zierde auch um die Taille getragen.
Körperbemalungen und zeremonielle Vernarbungen sind bei speziellen
Anlässen zu finden.
Der Alltag und die Behausungen der Ari
Die Häuser der Ari sind meistens mit moosbedeckten Dächern
ausgestattet und werden an den Wänden von den Frauen bemalt.
„Bartsi“, den Dingen Schönheit geben, ist alleinige Aufgabe der
Frauen, die neben dem Großziehen von Kindern vor allem mit
Haushalt und der Verschönerung des Hauses beschäftigt sind.
Für die Bemalung der Häuserwände benutzen die Frauen nur
natürliche Farben. Verbranntes Holz (Asche), Esche, leichte Böden,
rote Erde, Kuhmist und Wasser werden für die Herstellung
verschiedener Farben benötigt, auch Früchte werden gegebenenfalls
verwendet.
Wichtig ist, dass jede Familie eigene einzigartige Wandmalereien
auf die Wände ihrer Behausung auftragen. Jede Familie hat eigene
Materialien für die Farben, Muster und Formen welche die Frauen
verwenden.
Der Alltag für die Männer besteht meist aus Feldarbeit oder dem
Nachgehen anderer Berufe und Tätigkeiten.