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    Die Dorze

    Die Dorze sind ein sehr großer Stamm in Südäthiopien und zählen zu den Völkern des Omo Valley. Sie siedeln im Norden von Addis Abada, ca. 35 km von Arba Minch entfernt, und gehören damit zum Bezirk Semien Omo. Damit gehören sie zu der osmotischen Sprachfamilie Südäthiopiens. Die Dorze zeichnen sich vor allem durch ihre bekannte Baumwollweberei und ihre einzigartigen Behausungen aus. Hierdurch bekamen sie auch ihren Namen, da „Dorze“ für feines gewebtes Gewebe steht oder auch als Bezeichnung für ihre typischen Bambushütten gebraucht wird.

    Das Leben der Dorze

    Das Leben der Dorze ist durch Arbeitsteilung gekennzeichnet. Während die Frauen vorrangig für die Familie sorgen,

    indem sie die Kinder erziehen und behüten, Feuerholz sammeln, kochen und Erzeugnisse der Ernte oder Baumwollweberei auf Märkten verkaufen, sind die Männer für das Weben von farbenfrohen Tüchern und Geweben zuständig. Außerdem bauen die Männer Getreide, Gewürze, Gemüse, Obst und Tabak an und erbauen neue Bambushütten, wenn hier Bedarf besteht.
    In ihrer Administration nehmen die Dorze eine Sonderstellung ein. Sie hatten früher keinen König, sondern zwei Volksführer und einen Ältestenrat. Prinzipiell nehmen sie kaum städtische Einrichtungen wahr, sondern lösen Probleme mit Hilfe ihres Ältestenrates. Heute gibt es einen Volksführer, der vom Ältestenrat für kurze Zeit gewählt wird. Diese Position ist nicht erblich, sodass sich jeder Mann dafür freiwillig melden kann.

    Die Kultur der Dorze

    Der Volksführer wird mit einer Zeremonie auf dem Markt in seine neue Stellung eingeführt. Diese Opferzeremonie wird an einem mächtigen und alten Opferbaum durchgeführt, der eingezäunt in der Mitte des Marktes steht. Hierfür wird zunächst ein schwarzes Schaf vor dem Opferbaum geschlachtet, mit dessen Blut sich ein Clanführer und der neue Volksführer die Stirn zeichnen. Hiernach wird Blut und Honig auf den Opferzaun gespritzt und aus den Eingeweiden des Opfertieres gute und schlechte Vorzeichen für die Zukunft herausgelesen. Es folgen zwei Bullen, die nacheinander ebenfalls geopfert werden. Die Geschlechtsteile des zweiten Bullen bindet sich der neue Volksführer um das Handgelenk. Das Fleisch wird unter den Menschen aufgeteilt.

    Die Kunst der Baumwollweberei und die besonderen Hütten

    Die Dorze haben eine große Tradition in dem Weben von Baumwolle. Ihre Stoffe sind sehr farbenfroh und begehrt in ganz Äthiopien. Während die Männer heute die Tücher weben, waren sie in früheren Zeiten Krieger, welche in die Gebiete ihrer Nachbarvölker zogen, wenn diese Fehden austrugen. Ihre Beute umfasste meist Sklaven und Vieh. Diese Zeit ist aber durch das Handwerk der Baumwollweberei vorüber.
    Neben ihren feinen Geweben sind die Dorze auch für ihre einzigartigen, bienenstockförmigen Hütten bekannt. Diese Hütten sind aus geflochtenem Bambus gefertigt und werden ca. zehn Meter in die Höhe gebaut. Wenn eine Hütte durch Termiten befallen wird, so wird sie von unten einfach gekürzt. Somit ersparen sich die Dorze das fortwährende Erbauen neuer Hütten. Durch ihre Bauart haben die Hütten einen Bestand von ca. 60-80 Jahren.

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